Der Stempel – Herstellung und Arten

Ein Stempel dient in vielen Bereichen zur Vereinfachung von Schreibarbeiten. Dabei wird der Stempel mit seinen erhabenen oder vertieften Figuren bzw. Buchstaben auf ein mit Tinte gefülltes Stempelkissen gedrückt und anschließend die Zeichen auf Papier gedruckt. Während man den oberen Teil Stempelkappe nennt, wird der untere Teil, der den Stempelabdruck erzeugt, Stempelfuß genannt.

Arten von Stempeln

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Stempel mit eingebautem Stempelkissen – Bild: wildiexx – sxc.hu

Um den verschiedenen Ansprüchen an Stempel gerecht zu werden, gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Arten. Neben dem klassischen Stempel mit einem Holz- oder Plastikgriff und dem einfachen Stempelfuß findet man am Stempellexikon des Flexografen-Verbandes über 300 verschiedene Stempelwaren und -geräte. An dieser Stelle wollen wir aber nur einige der wichtigsten Stempel, die beim Stempeln auf Papier zum Einsatz kommen, nennen:

Rollstempel

Wie der Name schon verrät, besteht der Rollstempel aus einer Rolle, auf der die Stempelplatte befestigt ist. Mittels einer getränkten Farbwalze erfolgt die Farbübertragung selbstständig und der Text oder die Motive werden fortlaufend auf dem Druckmedium gestempelt. So können zum Beispiel Verpackungen schnell mit Firmenlogos oder Versandvermerken bedruckt werden.

Bänderstempel

Ein Bänderstempel kann verschiedene Texte und Zahlen drucken. Diese sind auf vulkanisierten Gummibändern, die sich einzeln bewegen lassen, aufgebracht. Kunststoffrollen transportieren die gestrafften Bänder, die sich in einem Metall- oder Kunststoffgehäuse befinden. Typische Anwendungsbereiche für Bänderstempel sind Datums-, Uhrzeit-, Wortband- und Ziffernstempel.

Paginierstempel

Wer fortlaufende Zahlenfolgen erzeugen muss, kann auf die automatisch schaltenden Paginierstempel zurückgreifen. Dieser Metallstempel erzeugt automatisch eine fortlaufende oder wiederholende Nummerierung und drückt den Stempel nach jedem Stempelabdruck auf das Stempelkissen.

Permastempel

Sehr hohe Konturenschärfen kann man dagegen mit einem sogenannten Permastempel erreichen. Er gehört zur Gruppe der vorgefärbten Stempel und benötigt kein Stempelkissen. Der Druck erfolgt hier allein durch die Druckausübung, bei der Farbe aus dem Gel austritt. Dabei können auf Wunsch auch mehrfarbige Abdrucke erzeugt werden. Die im Permastempel enthaltene Tinte reicht in der Regel für etwa 20.000 Abdrucke und kann durch eine spezielle Regeneriertinte wieder aufgefüllt werden.

Die Herstellung eines Stempels früher und heute

Die ersten Stempel wurden bereits im 17. Jahrhundert in Holland genutzt. Während diese Stempel in mühsamer Handarbeit hergestellt wurden, kann man heute auf moderne Techniken und Materialien zurückgreifen. Bei den Stempelplatten nutzt man gewöhnlich flüssiges Fotopolymer oder Gummi, die mittels unterschiedlichen Fertigungstechniken bearbeitet werden. So können aus dem Gummirohling mithilfe eines Laserstrahls die nicht druckenden Stellen entfernt werden. Beim Fotopolymer kommt dagegen eine UV-Belichtung, die bestimmte Stellen aushärten und so das Stempelkissen formt, zum Einsatz. Beim Permastempel wird dagegen eine Belichtung von mikroporösem Spezialschaumstoff genutzt. (Siehe auch unser Artikel zur Geschichte des Stempels)

Der Stempel – auch heute noch vielseitig einsetzbar

Trotz der zunehmenden Digitalisierung kommen Stempel auch heute noch in vielen Bereichen zum Einsatz und sind so einfach handhabbar, wie nie zuvor. Dabei erfüllen sie im Wesentlichen zwei Funktionen. Zum einen dienen sie der Vereinfachung von Schreibarbeit, indem sie in einem schnell durchführbaren Arbeitsschritt Texte zu Papier bringen, für die man handgeschrieben bedeutend länger brauchen würde. Wichtige Beispiele sind hier Adressen von Unternehmen, aktuelle Daten oder Preise. Andererseits dienen Stempel aber auch zur Beurkundung von Dokumenten. Hier werden meist runde, schwer zu fälschende Stempel verwendet und durch eine Unterschrift ergänzt. Dank moderner Technik wird auch die Herstellung immer einfacher und damit günstiger.